„Heute ist die ’höchste’ Zeit, etwas zu bewegen!”

der 19. Januar ist der Gedenktag der Vertreibung und Verschleppung der Ungarndeutschen. Am 19. Januar 2014 hörte ich die Rede von Dr. Christoph Bergner MdB, Staatssekretär a.D., die er im Rahmen eines Symposiums anlässlich des Gedenktages gehalten hat. Ich machte damals ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Budapest und habe den Gedenktag vorbereitet.

Dr. Bergner war bis Anfang Januar 2014 Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und unterstrich in seiner Rede die Bedeutung des Gedenktages als wichtige Anerkennung des Leids und zur Erinnerung an die Opfer der Ungarndeutschen.

An demselben Tag erfuhr ich von YOU.PA – einen Förderprogramm für junge Angehörige der deutschen Minderheit in mittel- und osteuropäischen Ländern, das die Otto Benecke Stiftung e.V. im Auftrag des Bundesinnenministeriums durchführt. Mir wurde klar: Ich möchte mich engagieren, etwas bewegen, ich wollte Jugendmanagerin werden. Sofort bewarb ich mich bei YOU.PA – es steht für Young Potentials Academy. Ich lernte Wege und Möglichkeiten, wie und wo man sich engagieren kann, wenn man etwas für die deutsche Minderheit tun möchte. Und so begann alles. Ich habe die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen kontaktiert und bin nun aktiv in der deutschen Minderheit. Die Selbstverwaltung ist vorbildlich, das Ansehen der über 200 deutschen Schulen groß: sie gelten als besonders anspruchsvoll und haben die besten Deutschlehrkräfte.

Mich beschäftigen Fragen wie das Verhältnis der „Enkelgeneration“ zur schwäbischen Mundart, zur deutschen Standardsprache, zu ungarndeutschen Traditionen und somit zu Kernfragen der eigenen Identität.

Seit Mai 2015 arbeite ich beim Goethe-Institut in Budapest und habe so die Möglichkeit, das Thema auch „hinter den Kulissen“ begleiten und aktiv an den Minderheitenprogrammen mitwirken zu dürfen. In diesem Bereich lässt sich noch vieles erreichen und/oder auch vieles fortzusetzen.